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4 von 100 Nächtigungen werden auf einem Campingplatz verbracht
Insgesamt umfasst das Campingangebot in Oberösterreich 85 Campingplätze – vom einfachen Zeltplatz bis hin zum Komfortcamping mit Wellness-Angeboten. Die langanhaltende Schönwetterperiode im Sommer 2015 bescherte dem Campingtourismus ein Rekordergebnis. In Österreich verzeichneten die Campingplätze im Tourismusjahr 2015 (November 2014 bis Oktober 2015) 5,4 Mio. Nächtigungen (+ 6,2 Prozent), in Oberösterreich konnte ein Zuwachs von 14,8 Prozent erzielt werden. „Dieses Ergebnis unterstreicht den anhaltenden Trend zum Campingurlaub“, weiß Mag. Rainer Jelinek von Oberösterreich Tourismus. Denn auch die Prognosen für das Tourismusjahr 2016 zeigen nach oben. Im Zehnjahresvergleich werden die Nächtigungen auf Österreichs Campingplätzen um 18,7 Prozent ansteigen.


Multioptionale Urlaube
Die Ergebnisse der österreichweiten Gästebefragung Tourismus Monitor Austria (T-MONA) zeichnen ein anschauliches Bild der Campingurlauber. Im Durchschnitt dauert ein Campingurlaub 11,6 Nächte, wobei die Urlauber 6,6 Nächte am gleichen Ort verbringen. Der Trend geht in Richtung multioptionale Urlaube, d.h. die Gäste besuchen im selben Urlaub mehrere Destinationen und kombinieren verschiedene Urlaubsmotive und Urlaubsarten. „Vom Familienurlaub, Urlaub mit Tier, Genussreisen, Bildungsurlaub, Wintercamping, Glamping, green holiday, Rainbow Camping, Fly & Camp u.v.m. – in Zukunft trifft Multioptionalität auf steigendes Anspruchsniveau“, ergänzt Tomas Mehlmauer, Leiter des ÖCC - Österreichischer Camping Club.


Von Familien bevorzugt
Das Durchschnittsalter der Campingurlauber in Österreich liegt zwar mit 46,4 Jahren um 0,9 Jahre über dem Alter des durchschnittlichen Sommerurlaubers, die genaue Analyse zeigt, dass insbesondere die Altersgruppe der 39- bis 49-jährigen überdurchschnittlich vertreten ist. Dementsprechend sind unter den Campingurlaubern neben Paare vor allem Familien mit Kindern/Jugendlichen. „Während unter den durchschnittlichen Sommerurlaubern in Oberösterreich 25 Prozent Familien anzutreffen sind, sind es unter den Campingurlaubern 41 Prozent“, nennt Jelinek die gleiche Zahl auch für den Anteil an Paaren. Manfred Riha, Geschäftsführer des CCA, sieht in der steigenden Beliebtheit von kleineren Fahrzeugen und Kastenwagen „ein Indiz dafür, dass Camping und Caravaning bei Jüngeren trendig ist“.

 
Wirtschaftlich bedeutend für die Regionen
Mit durchschnittlichen Tagesausgaben pro Person von € 81,-- sind die Campingurlauber in Oberösterreich auch durchaus spendable Gäste. Zwar fallen für die Unterkunft am Campingplatz geringere Kosten als in anderen Unterkunftsarten an, die Nebenausgaben für Essen und Getränke, Einkäufe, Eintrittskarten usw. sind aber annähernd gleich hoch wie beim durchschnittlichen Sommerurlauber. „Campinggäste sind also für die Tourismusregionen eine durchaus lukrative Zielgruppe – und zwar sowohl Campingurlauber auf den Campingplätzen, als auch Reisemobilurlauber, die auf Reisemobilstellplätzen übernachten“, weist Jelinek auf die wirtschaftliche Bedeutung des Campingtourismus hin.

 
Mehr Flexibilität durch den Campingurlaub
Campingurlaub boomt, wie die Nächtigungszahlen in Europa beweisen. Diese Form des Urlaubs geht als großer Gewinner aus dem Trend hin zu mehr Flexibilität und kurzfristigen Urlaubsentscheidungen hervor. „Oberösterreichs Campingurlauber entscheiden sich spontan und kurzfristig für ein Urlaubsziel, fast die Hälfte trifft die Entscheidung sogar innerhalb des letzten Monats“, so Jelinek. Auch Mag. Erwin Oberascher von der Campingplattform Camping.Info* ortet darin einen Grund für den Zuwachs bei den Campingnächtigungen und ergänzt: „Der zunehmende Wunsch der Gäste nach Flexibilität, insbesondere nach kurzfristigen Änderungen hinsichtlich Termin, Dauer und Ziel der Reise, tun ihr übriges. Unsere Umfragen zeigen, dass die Flexibilität das Hauptmotiv für die Urlaubsform Camping ist. Wenn der Wunsch nach Flexibilität steigt, wird dies auch zukünftig der Campingbranche nutzen“.


In Deutschland stieg die Zahl der Campingnächtigungen von 21,55 Mio. (2006) auf 29,22 Mio. (2015). Die gleiche Tendenz zeigt die Statistik für Österreich: Hier stiegen die Campingnächtigungen von 4,68 Mio. (2006) auf 5,44 Mio. (2015). „Einzig die Schweiz ist die große Ausnahme – hier ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, und zwar von 3,38 Mio. Campingnächtigungen im Jahr 2008 auf 2,66 Mio. im Jahr 2015“, nennt Erwin Oberascher etwa den Wechselkurs als einen möglichen Grund.
 

Campingangebote für jeden Urlaubstyp
Camping ist so facettenreich wie kaum eine andere Urlaubsform. Ob mit Fahrrad und Zelt, einem 8-Meter Reisemobil, mit Wohnwagen oder in einer fertig eingerichteten Unterkunft am Campingplatz: das alles zählt zu Camping und erfüllt doch extrem unterschiedliche Ansprüche. „Das Besondere ist, dass wir derzeit in Europa einen Zuwachs in allen Segmenten sehen. Reisemobile und Mietunterkünfte am Campingplatz steigen bereits seit vielen Jahren in der Beliebtheit. Aber auch der Zelturlaub erfährt eine Renaissance. Seit kurzem ziehen auch die Zulassungszahlen von Wohnwagen wieder an. So unterschiedlich wie die Ausprägungen der Urlaubsform Camping, so unterschiedlich werden auch zukünftig die Campingplätze sein“, so Oberascher. Für ihn ergibt sich aus den verschiedenen Ansprüchen auch die Chance für die unterschiedlichen Angebote: „Ich gehe davon aus, dass große, hochwertig ausgestattete Campingplätze im Sinne von Urlaubsressorts ebenso Zukunft haben wie einfache Mini-Campingplätze oder Reisemobilstellplätze. Aber auch Camping am Bergbauernhof erfreut sich steigender Beliebtheit“.

Stabile Nächtigungszahlen
Camping ist die wetterabhängigste Urlaubsform. „Zwar kann es in einzelnen Jahren aufgrund eines besonders trockenen oder verregneten Sommers zu Schwankungen von plus/minus 10 Prozent bei den Nächtigungen kommen, langfristig ist die Entwicklung aber sehr positiv. Fahrzeuge die am Markt sind, bleiben am Markt, egal ob die Wirtschaft in eine Rezession schlittert oder die Arbeitslosenzahlen steigen“, so Erwin Oberascher. Mit Campingfahrzeugen, die einmal zum Verkehr zugelassen sind, wird weiter gefahren – auch wenn diese am Gebrauchtmarkt verkauft werden. Das macht die Nächtigungszahlen in der Campingwirtschaft relativ unempfindlich für wirtschaftliche Verwerfungen, was auch die Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren nach 2008 gezeigt. Die Neuzulassungen an Campingfahrzeugen sind zwar stark eingebrochen, doch die Änderung am absoluten Bestand an Freizeitfahrzeugen war kaum spürbar. Mit den bereits vorhandenen Fahrzeugen wurde weiter Urlaub gemacht und die Campingnächtigungen sind insbesondere in Europa nicht gesunken – ganz im Gegenteil.

 
Freundlichkeit & Sauberkeit am wichtigsten
Camping.info ermittelt jährlich aus rund 100.000 Gästebewertungen die Top 100 Campingplätze Europas. (Alle Preisträger und Details zum Camping.Info Award 2016 auf www.camping.info/award). Deshalb weiß Mag. Erwin Oberascher genau, was sich die Gäste wünschen: „Aus den Gästebewertungen ist abzulesen, dass die Camper vor allem freundliche gepflegte Campingplätze suchen. Natürlich zählen auch die Lage, die Ruhe sowie die Nähe und Qualität der Gastronomie, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten. Aber es geht nicht immer nur um das Ausstattungsniveau eines Campingplatzes. Nicht nur komfortable Campingplätze mit umfassenden Einrichtungen hinsichtlich Freizeit und Verpflegung schneiden gut ab. Auch viele einfache Wald-und-Wiesen-Plätze erzielen bei den Gästen Höchstbewertungen. Am wichtigsten sind den Campern dabei meist ein freundlicher und persönlicher Service sowie ein gepflegtes und sauberes Erscheinungsbild des Platzes und natürlich der Sanitäranlagen. Dabei sehen viele Gäste auch darüber hinweg, wenn manche Baulichkeiten bereits in die Jahre gekommen sind, sofern diese sauber, gepflegt und funktionell in Ordnung sind.“

 
Campingurlauber werden (Reise-) mobiler
Neben den Campingplätzen gibt es auch eine steigende Anzahl von Reisemobilstellplätzen. Im einfachsten Fall handelt es sich dabei um einen normalen Parkplatz, auf dem durch entsprechende Beschilderung das Übernachten in Reisemobilen gestattet ist. In der Regel handelt es sich aber um exklusiv für Reisemobile reservierte Stellflächen, üblicherweise ausgestattet mit Ver- und Entsorgungsstation für Frisch- und Abwasser, Stromanschlüsse, Grillplätze, öffentliche WCs o.ä. In ganz Oberösterreich gibt es derzeit ca. 55 Reisemobilstellplätze. „Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern steht in diesem Segment die Entwicklung in Österreich noch am Anfang. Dabei sind Reisemobilstellplätze kaum Konkurrenz zu Campingplätzen, sondern vielmehr die Erweiterung um ein neues, zusätzliches Segment“, ortet Jelinek zukünftige Chancen.


Kein einheitliches Camping- Gesetz
„Es gibt in Österreich keine einheitliche Regelung für die gesamt rund 580 Campingplätze, sondern jedes Bundesland hat sein eigenes Gesetz“, erklärt Reinhard Haslwanter, Bundesgruppensprecher Campingplätze der Wirtschaftskammer Österreich. „Diese Gesetze regeln alles, was ein Campingplatz machen darf, von der Flächenwidmung bis zum laufenden Betrieb. Erwin Oberascher ergänzt: „Leider sind viele Gesetze veraltet. Das oberösterreichische Gesetz stammt etwa aus den Siebziger Jahren, d.h. Reisemobilstellplätze oder Mobile Homes sind darin noch gar nicht enthalten“. Laut Haslwanter hinken die Behörden auch bei der Bewilligung den Wünschen von Campingplatzbetreibern hinterher. Er rät allen: „Wer einen Trend mitgehen möchten, sollte in jedem Fall die Entscheidung der Behörden abwarten, auch wenn das länger dauert.“


Wachsende Zulassungs- und Bestandszahlen
„Seit 2008 verzeichnet die Branche relativ gleichbleibende Zahlen, abgesehen von einem größeren Sprung von 2014 auf 2015“, konkretisiert Albert Habernig, Präsident des österreichischen Handelsverbandes (ÖCHV**) in Zahlen:

Zulassungszahlen von Caravans und Reisemobilen im Jahr 2015:

·         36.893 Wohnwagenanhänger
·         23.779 Reisemobile (davon 5.253 mit einem Baujahr vor 1991)

„Die meisten Fahrzeuge befinden sich statistisch gesehen in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark“, so Habernig weiter.



 * Camping.Info ist die meistbesuchte Campingplattform im deutschsprachigen Raum 
** Der ÖCHV – Österreichischer Caravan Handelsverband – ist ein Zusammenschluss von Caravanhändlern in Österreich und versteht sich als Gütesiegel für den vertrauenswürdigen und professionellen Verkauf von Wohnwägen und Reisemobilen.

Bildquellen: Thinkstock